Wie realistisch sind Liebesfilme?

Wir kennen sie alle: diese romantischen Liebesgeschichten, die Hollywood schreibt. Solche Storys gibt es im echten Leben gar nicht.
Oder etwa doch?

Insgeheim haben wir uns alle doch schon einmal nach romantischen Liebesfilmen und den Geschichten die sie erzählen gesehnt. Dieses Bedürfnis wurde in den 90er Jahren von der Filmindustrie ganz besonders gut erfüllt. Eine regelrechte Schwämme von romantischen Komödien wurde produziert a lá Pretty Woman, Titanic oder Harry und Sally, die auch einige neue Hollywood-Stars hervorgebracht haben.
Millionen von Zuschauern trieb es in die Kinosäle. Doch heute sind Liebesfilme bei weitem nicht mehr so beliebt, wie noch vor gut zwanzig Jahren. Erfolgreiche Romanzen wie La La Land stellen eine Ausnahme dar.

Woran kann das liegen? Wollen wir diese Form der Unterhaltung einfach nicht mehr sehen? Entsprechen die romantischen Liebesgeschichten etwa nicht mehr unserem modernen Verständnis von Liebe und Partnerschaft?
Statistisch gesehen wird in Deutschland beinahe jede dritte Ehe geschieden. Paare lernen sich im Internet auf Dating-Portalen kennen und langfristige Beziehungen erscheinen wie ein Märchen. Die wahre Liebe scheint heute entzaubert zu sein und es macht fast den Eindruck, als hätten wir uns von diesen Geschichten „entwöhnt“.
Diese Form des Films führt wahrscheinlich oft auch dazu, dass wir uns unzulänglich fühlen oder mit unseren Beziehungen unglücklich sind, denn verglichen mit Hollywood wirkt die Realität oft farblos und trist. Altmodisch konstruierte Frauenfiguren oder Partnerschaften aus Romantikfilmen bringen uns nicht mehr zum Träumen.
Wozu sollen wir die Hollywood-Liebe suchen, die vielleicht gar nicht existiert?

Die Vorlagen für einige dieser romantischen Filmgeschichten entstammen tatsächlich dem wahren Leben und persönlichen Erfahrungen, die in Autobiografien (meistens Bestsellern) festgehalten worden sind.
Doch stimmen viele der überzeichneten Liebesgeschichten, die Hollywood schreibt, nicht mehr mit unserem heutigen Verständnis von Liebe und Partnerschaft überein. Sie führen entweder zu unrealistischen Erwartungen, die frustrieren und einen sozialen Zwang ausüben. Oder sie führen zu totaler Abneigung gegenüber dem Genre, weil sie als irrational und weltfremd eingestuft werden.
Es gibt die großen Liebesgeschichten sicherlich immer noch – auch im wahren Leben. Man sollte sich von den „kitschigen“ Hollywood-Inszenierungen nur nicht unter Druck setzen lassen.
Auch ohne richtig große Taten oder Gesten kann die eigene Liebesgeschichte bzw. Beziehung glücklich machen.