Flirten in der Arbeitswelt

Von dem italienischen Servicepersonal wird es erwartet, auf Managerebene als absolutes Tabu gesehen und vom Zeitungsverkäufer um die Ecke als schmeichelnd empfunden. Nicht nur, dass Flirten in der Öffentlichkeit viel mit der Kultur und Nationalität zusammenhängt, der auszuführende Job trägt ebenso häufig zur Flirtbereitschaft bei. Doch an welchen Stellen ist es erwünscht und an welchen ist der große Ärger vorprogrammiert?

Der gewünschte Flirt am Arbeitsplatz zum Ankurbeln der Geschäfte

Einige Branchen leben davon, dass im Geschäftsbereich geflirtet wird. Was wäre ein Besuch beim Lieblingsitaliener, bei dem der Kellner einem die kalte Schulter zeigt? Unbewusst wird das ein oder andere Mal dadurch mehr bestellt als ursprünglich gewollt. Die Italiener haben es Blut – es ist ihre Lebenseinstellung überall und mit jedem zu flirten. Es bedeutet nicht, dass sie einen attraktiv finden oder gar heiraten wollen.

Ebenso hilfreich ist das Flirten bei größeren Investitionen, wie bei einem Autokauf oder Immobilienkauf. Problematisch wird es jedoch, wenn es der Verkäufer nicht gut macht und die Flirtaktion derart auffliegt, dass sich der Käufer unwohl und überredet fühlt. Ein gesundes Mittelmaß und die Beachtung der Bedürfnisse des Kunden sind hierbei unerlässlich. Ein Produkt schmackhaft machen kann für den Verkäufer gefährlich sein, da in den meisten Fällen von dem geschlossenen Vertrag im Nachhinein zugetreten werden kann. In dem Fall wäre die Arbeit umsonst gewesen – wertvolle Zeit und Energie wäre verschwendet.

Ebenfalls erwünscht ist ein netter Flirt bei Abendveranstaltungen, insbesondere in der Bar oder Diskothek. Es verschafft dem Besitzer zusätzliche Einnahmen, da sich der Gast wohl fühlt, eventuell auch dem Personal einen Drink spendiert und somit länger bleibt und mehr verzehrt. Auch für den Gast ist es positiv, denn er fühlt sich wohl, attraktiv und verbringt einen schönen Abend mit dem oder der Unbekannten. Wichtig bei diesen Flirts in der Arbeitswelt ist es, nicht zu viel darin hinein zu interpretieren. Wie eingangs gesagt, flirten gekonnte Verkäufer mit Jedem, ganz gleich wie attraktiv sie den Gegenüber finden oder ob eventuell der Partner mit anwesend ist. Oftmals kommt es nicht einmal auf das Geschlecht an.

Flirt – Tabuthema und unerwünscht

Weniger hilfreich und erwünscht ist hingegen das Flirten am Arbeitsplatz unter Kollegen. Neben der Ablenkung an sich, kann es unangenehme Folgen haben, die das Arbeitsklima schaden. Die Katastrophe ist meist bereits vorprogrammiert: sie verliebt sich in ihn und himmelt ihn während der Arbeitszeit ständig an, so dass sie Fehler macht oder nicht zum Arbeiten kommt. Er flirtet unterdes mit einer weiteren Kollegin und meint es mit keiner von beiden ernst. Sie bekommt es mit, ist verletzt und lässt das Gefühlschaos am Job aus. Nicht nur für den Chef sehr unangenehm, sondern in der Regel auch für die Kollegen, die die zusätzliche Arbeit übernehmen müssen.

Ebenso unangebracht ist das Flirten zwischen Vorgesetzten und Angestellten. Hier sollte per se eine gewisse Distanz gewahrt werden. In der Regel spielt neben der bestehenden Hierarchie auch ein großer Altersunterschied eine Rolle. In einigen Fällen kann ein harmloser Flirt zwischen Chef und Angestellte/m zu einer verheerenden Anzeige wegen sexueller Belästigung kommen.
Auch in Geschäftsmeetings sollten Flirtmomente eher nebensächlich sein. Es geht um das Geschäft und der ein oder andere hat sich durch flapsige Bemerkungen schon ein tolles Ergebnis verbaut. Dies heißt nicht, dass lediglich stur dem Geschäft nachgegangen werden soll. Es bedeutet vielmehr vorsichtig und bedacht zu flirten. Auch hier gilt in der Regel nicht zu viel hinein zu interpretieren, wenn der Geschäftspartner beginnt zu flirten. Die Frage ist doch vielmehr, was er damit bezweckt.